Beweislastumkehr erklärt
Die Beweislastumkehr ist dein wichtigster Schutz in den ersten 12 Monaten nach dem Kauf. Hier erfährst du, was sie bedeutet und wie du sie zu deinem Vorteil nutzt.
Was bedeutet Beweislastumkehr?
Normalerweise musst du als Käufer beweisen, dass ein Produkt schon beim Kauf mangelhaft war. Die Beweislastumkehr dreht das um: Der Händler muss beweisen, dass der Mangel nicht von Anfang an bestand.
Wann gilt sie?
In den ersten 12 Monaten nach Kauf. Seit der Reform 2022 wurde die Frist von 6 auf 12 Monate verlängert (§ 477 BGB). In dieser Zeit wird vermutet, dass jeder Mangel schon bei der Übergabe existierte.
- Du musst nichts beweisen - der Händler muss das Gegenteil zeigen
- Gilt für alle Verbrauchsgüterkäufe (B2C)
- Der Händler kann sich nicht einfach herausreden
Tipp
Das ist dein wichtigster Schutz in den ersten 12 Monaten. Der Händler kann sich nicht einfach herausreden - er muss es beweisen.
Nach 12 Monaten
Ab dem 13. Monat kehrt sich die Beweislast wieder um. Du hast zwar weiterhin Gewährleistung (bis Monat 24), musst dann aber selbst nachweisen, dass der Mangel schon beim Kauf bestand. Gutachten oder Fotos helfen dabei.
Wichtig
Einige Händler behaupten fälschlicherweise, die Gewährleistung betrage nur 12 Monate. Das stimmt nicht - nur die Beweislast ändert sich, die Gewährleistung gilt volle 24 Monate.